Recruiting 4.0 – Das Ende externer Recruiter

Das Arbeitsfeld von Recruitern hat sich durch den Fachkräftemangel und die Digitalisierung verändert. Die Ansprüche der Bewerber an die Jobs und das Bewerbungsverfahren sind gestiegen. Das Ergebnis ist das Recruiting 4.0.
Inzwischen geschieht das rekrutieren geeigneter Kandidaten für einen Job fast ausschließlich über das Internet. Um die besten Bewerber konkurrieren die Unternehmen auf Job-Portalen wie Stepstone, Monster, Jobware etc. Laut der neuesten Studie von Stepstone empfindet es jeder zweiter Recruiter als schwierig, die Erwartungen der Bewerber an Gehaltsvorstellungen und Entwicklungsmöglichkeiten im Job zu erfüllen.

Digital Employer Branding

Personaler müssen demnach eine attraktive Arbeitgebermarke schaffen, damit sich das Unternehmen von anderen abhebt. Doch dieser Imageaufbau wird von jedem zweiten Personaler als äußerst anspruchsvoll eingeschätzt, wie das webmagazin berichtet. Die Folge davon ist das „Digital Employer Branding“, bei dem Websites erstellt, Jobs vorgestellt und Mitarbeiter interviewt werden. Wie das funktionieren kann, hat die Deutsche Bahn in ihrer Employer-Branding-Kampagne vorgestellt. Dafür hat sich die Deutsche Bahn als Unternehmen auf einer extra hierfür gelaunchten Karriere-Website vorgestellt, um primär geeignete ITler zu rekrutieren und insgesamt 700 neue Mitarbeiter zu finden.

Hoher Anspruch der Fachkräfte

Spezialisten auf ihrem Gebiet sind spärlich gesät und anspruchsvoll, wie die Studie zeigt. 87 Prozent der Befragten sind aber bei reizvollen Jobangeboten bereit, einen Jobwechsel vorzunehmen. Besondres wichtig sind ihnen dabei interessante Arbeitsinhalte, eine gute Beziehung zu den Kollegen, klare Anforderungen und Ziele, Weiterentwicklungsmöglichkeiten und ein höheres Gehalt. Schon vor dem Bewerbungsverfahren wollen potenzielle Kandidaten detailliert über die ausgeschriebene Stelle informiert werden. Sie vermissen Angaben zum Gehalt und zu Zusatzleistungen, zur Gestaltung der Zusammenarbeit und die Darstellung aus Sicht der Mitarbeiter. Angaben zu Arbeitszeiten und zur Work-Life-Balance wünschen sich vor allem junge Fachkräfte. Auch die zeitgemäße Anpassung an mobile Geräte zur Bewerbung via Smartphone oder Tablet wird von noch nicht allzu vielen Unternehmen umgesetzt.

Recruiting 1.0−3.0

Das Recruiting 1.0 arbeitete mit Stellenanzeigen am Schwarzen Brett sowie Klein- und Großanzeigen in Printformaten. Der Recruiter war ein wichtiges Organ an der Schnittstelle von Angebot und Nachfrage. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und das Internet nutzte das Recruiting 2.0, um Personalbeschaffungsprozesse zu beschleunigen. Die preisgünstigeren Online-Anzeigen mit unbegrenzter Reichweite haben Business-Plattformen wie LinkedIn und Xing zum Kernstück ihres Geschäftsmodells gemacht. Die neuen Parameter des Recruiting 3.0 sind Big Data, SEO und Profiler Software, die die Recruiter mehr fordern. Schlüsselkompetenzen sind dabei interkulturelles Sachverständnis, Intuition und Kreativität, was oft zu teuer für Kleinunternehmen ist. Recruiting 4.0 kann externe Recruiter überflüssig machen, was für KMU eine gute Nachricht ist.

Share